Stadt-Mama Caro vom Stadt Land Mama Blog hat sich mal ganz uneitel und aus streng wissenschaftlicher Sicht gefragt: „Macht so ein Baby und später ein Kleinkind und Kind eine Frau jünger oder älter?“ und ihre Argumente sortiert. Eine gute Frage, die ich mir als Zweifachmama nun auch einmal stelle und hier meine Liste der Argumente aufmache. Schließlich habe ich in vielen Momenten den Eindruck, ich wäre um mindestens fünf Jahre gealtert. Bei anderen Gelegenheiten werde ich auch mal gute fünf Jahre jünger geschätzt und denke mir, dass das sicher auch an den Kindern liegen könnte.
Meine Kinder haben mich älter gemacht, weil…
…ich die Nächte, an denen ich wirklich in den Tiefschlaf gefallen bin, an beiden Händen abzählen kann. Beim ersten Plärren aus dem Kinderzimmer bin ich wach, auch wenn sich am Ende herausstellt, dass eines der Kinder nur schlecht geträumt hat und schon längst wieder schläft, während ich noch senkrecht im Bett sitze.
…ich mein Sportprogramm ziemlich schleifen lassen. Während ich mich mit nur einem Kind einmal in der Woche mit Freunden in der Schwimmhalle getroffen habe und brav meine 1000 Meter geschwommen bin und auch noch den einen oder anderen Kurs im Fitnessstudio besuchte, komme ich jetzt abends nicht mehr vom Sofa hoch.
…ich ständig versuche, ein Mammutprogramm in einen 24-Stunden-Tag zu quetschen, obwohl ich weiß, dass Stress wirklich nicht gut ist. Nicht gut für die Haut, nicht gut für die Verdauung und für die Nerven sowieso gaaaanz schlecht.
…mein Kaffee- und Süßigkeitenkonsum wirklich drastisch gestiegen ist. Während der Schwangerschaft und der Stillzeiten war es definitiv weniger Kaffee oder zumindest der entkoffeinierte. Aber der Konsum von süßen Sachen ist nicht erst so hoch, seit es diese bestimmte Dose in der Küche gibt. Danach verlangten schon die Schwangerschaftshormone, obwohl doch jeder weiß, dass zuviel Zucker das Hirn verklebt.
Meine Kinder haben mich jünger gemacht, weil…
…ich mehr Zeit an der frischen Luft verbringe und auf Spielplätzen eine Art Mama-Ersatz-Fitness absolviere bestehend aus Schweinebaumel, Hindurchquetschen durch Kriechtunnel und dem Abstützen von Kinderpopos in schwindelerregenden Höhen.
…definitiv mehr gesunde Lebensmittel in unsere Küche Einzug gehalten haben und wir sie zu regelmäßigen Mahlzeiten verarbeiten, die am großen Familientisch gemeinsam eingenommen werden. Ich habe mich wirklich daran gewöhnt, nicht mehr so viel Fleisch zu essen und bestehe darauf, dass beim Abendessen Gemüse in irgendeiner Form auf den Tisch kommt.
…ich gelernt habe, bewusst zu entspannen, auch wenn ich keine dieser speziellen professionellen Entspannungstechniken beherrsche. Ich nutze aber die ruhigen Momente viel besser als vorher und kann innerhalb von 3 Minuten einschlafen, um nach 30 Minuten wieder ziemlich fit aufzuwachen. Auch das Eintauchen in eine volle Badewanne mit gut duftendem Badeschaum hat schon fast etwas Tantrisches.
…ich Lachfalten um Mund und Augen definitiv niemals zu Zeichen des Altern sehen werde. Sie sind vielmehr Beweise dafür, dass die kleinen Racker eine Menge Spaß in mein Leben gebracht haben und immer wieder hohe Dosen von Glückshormonen in mein Blut sprudeln lassen, was nachweislich verjüngend wirkt. Dazu kommen noch die Momente mit dem weltbesten Ehemann, in denen wir lächelnd feststellen, dass wir es mit unseren lieben Kleinen ziemlich gut getroffen haben.
Und wie sieht eure persönliche Bilanz zwischen verjüngt und gealtert aus? Und noch viel spannender finde ich die Frage: „Was macht ihr an den Tagen, an denen ihr wieder einmal gefühlte fünf Jahre gealtert seid?“ Tipps und Tricks sind herzlich willkommen.
Ich denke, dass es immer direkt auf den Typ „Frau“ ankommt. Aus Spaß behaupte ich immer, mein Nachwuchs ist für einige meiner grauen Haare verantwortlich. Aber tatsächlich trifft bei mir eher zu, dass ich dadurch noch aktiver bin und mich auch für „kindische“ Dinge begeistern kann, die ich vielleicht ohne Kind nicht mehr gemacht hätte. Für mich gilt bestimmt, dass mein Nachwuchs ein Jungbrunnen ist. Manchmal fühlt man sich wohl nur „alt“ bzw. das tatsächliche Alter wird einem bewußter, wenn man sieht, wie die Kids älter und vernünftiger werden. Aber das ist wohl ein ganz anderes Thema. ;-)
Die ersten grauen Haare habe ich tatsächlich mit dem ersten Kind bekommen, da war ich 34. Als dann mit 42 Jahren unverhofft Nummer 3 zu uns stiess, hatte ich das Gefühl, das Baby sei ein Jungbrunnen. Einfach deswegen, weil eine Bekannte von mir in demselben Alter gleichzeitig Oma wurde. Es hat für mich auch viel mit der Wahrnehmung von aussen und von innen zu tun: mit Baby bin ich jung. :)
Sehr schöner Artikel.
Leider habe ich das noch so gar nicht drauf, innerhalb von 3 Minuten wieder einzuschlafen.
Wenn ich einmal wach bin, bekommt mich so schnell nichts wieder zum Schlafen…. und bis ich dann mal eingeschlafen bin, werde ich meistens kurz danach wieder geweckt.
Dieses Argument müsste auf meiner persönlichen Liste also leider gestrichen werden.
Dafür würde ich noch schreiben, dass ich die Welt mit anderen Augen sehe. Durch die Augen eines Kleinkindes. Manchmal ist auf dem Sofa-Hüpfen einfach das einzig sinnvolle was man gerade tun kann. Ich finde das macht auch jünger :)
Liebe Grüße,
Mia vom mama-to-go -blog
Liebe Sophie,
musste sehr über Deinen Artikel schmunzeln… ja, oft fühlt man sich älter, oft aber auch viel jünger! Manchmal weiss ich nicht, wie ich um 20 Uhr noch irgendwas im Haushalt schaffen soll, manchmal habe ich nach der ersten Tobestunde mit viel Lachen und Gekacker am Morgen Kraft und Elan für 4!! Der Alltag mit den Rackern bringt seine Ups and Downs mit sich, aber eines ist klar: das Leben ist ausgefüllter, fröhlicher und einfach toll mit den Kleinen. Das kann ich aber auch nur immer zu 100% geniessen, wenn ich mal ne Pause bekomme. Und die fordere ich ein und das ist perfekt. Ab und zu ein kinderloses Wochenende oder einfach unser regelmässiger Paar-Abend, an dem der Babysitter kommt.. und schon ist die Welt schön! Klar, der ein oder andere Augenring mehr, aber irgendwie auch viel erfüllter ;-)
Viele Grüße und vielen Dank für den schönen Blog, lese immer gerne mit. Janna